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Me funny valentine

Bildcollage/Installation (Detail)
Fotobelichtung

2014

Freud hat die Melancholie als Chance erkannt, in der man – nach Kappen der sozialen Bindungen – in der Einsamkeit so etwas wie Fokus und Ruhe findet. Das Potenzial unendlicher Leere zeigt sich in dem Entwurf „Me funny valentine“ als Klangraum, dessen Schwarz alles um sich herum verschluckt. Die Zweidimensionalität eines Bildes und die enorme Dimension einer ganzen Wand ist nötig, dieses „aufgefüllte Nichts“ darzustellen. Im Tunnelblick und auf Augenhöhe sieht man dabei nur die beleuchteten Protagonisten eines Konzertes. Chet Baker allein kann in der Fotomontage – gleichzeitig präsent und bescheiden, verletzlich und unnahbar – die Dunkelheit der Bühne auffüllen; und bleibt dabei doch ein einsamer Pierro. Denn der depressive Mensch ist auch ein Narziss.

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